Quelle: »»Spanisches
Fremdenverkehrsamt
„Toca ferro" nennen die Tarragonesen jene
„Tätigkeit", wenn sie nach dem Gang
über die herrliche, stets ansteigende Rambla zuoberst
auf einem Plateau stehen, das Eisengeländer
berühren (deshalb „toca ferro" - Eisen
berühren) und den Blick über das Meer streifen
lassen. Das ist auch für Fremde ein erhebendes
Gefühl. Und nicht anders wird das den Römern
ergangen sein, als sie „Tarraco" während
des zweiten Punischen Krieges (218 v. Chr.) gründeten.
Bis heute hat sich die Provinzhauptstadt an der Costa
Dorada die Merkmale einer Niederlassung der römischen
Legionen bewahrt. Im Zirkus, im Prätorium, im
Amphitheater, im Forum, im Aquädukt „Puente del
Diablo"(Teufelsbrücke), im römischen
Theater, in den Verteidigungswällen, die das Stadtbild
charakterisieren, leben die klassischen Vorschriften des
Vitruv fort. Die heutigen Strassen und Plätze decken
sich noch immer mit den römischen Wegen und
Anlagen.
Wer die Ausgrabungen besucht, sieht schnell, dass die
Unesco hier einen sehr wichtigen Zeugen zum
„Kulturgut der Menschheit" erklärt hat.
Aber Tarragona ist nicht etwa nur Ausgrabungsstätte,
ganz im Gegenteil: Die Stadt ist spanischer als man meinen
könnte, sie hat Stil, lebt (und wie!) modern und
pflegt trotzdem Traditionen. Schöne, auch sehr lustige
Tapas-Bars, erstklassige Restaurants, eine herrliche
Markthalle und vieles mehr sind Zeugen von einem
„estilo de vida" (Lebensstil), den man als
Besucher gerne ebenfalls annimmt. Dazu gehört auch ein
gutes Gespräch - ob in der Bar oder eben beim
Flanieren auf der Rambla... „Toca ferro" nicht
vergessen!
Die Mittelmeerstadt Tarragona wurde während des
zweiten Punischen Krieges (218v. Chr.) von Publius
Cornelius Scipio gegründet und hat bis heute die
Merkmale einer Niederlassung der römischen Legionen
bewahrt. Im Prätorium, im Zirkus, im Amphitheater, im
Aquädukt, im Forum, im Theater, in den
Verteidigunswällen und --türmen, die das
Stadtbild charakterisieren, leben die klassischen
Vorschriften des Vitrubio fort. Die Stadt ist auf einem
felsigen Bergrücken erbaut von wo sie in Richtung auf
das Meer sanft abfällt. Die Kathedrale ist der
repräsentative Kirchenbau des Mittelalters, denn
Tarragona war die Metropole des Königreichs Aragonien
bis zur Regierungszeit Jaimes II. Danach wurde es
Mittelpunkt der Kirchenprovinz Tarragona. Die heutigen
Strassen und Plätze decken sich mit den römischen
Wegen und Anlagen: die Plaza de la Font liegt über dem
Sand des einstigen Zirkus, und der Hafen ist eine
Fortsetzung des einst von den Römern erbauten
Hafendamms.
Tarragona wurde von aufeinander folgenden Generationen und
Kulturen gestaltet. Von der durch die Rambla gebildeten
Achse aus breitet sich Tarragona über die um 1854 als
moderne Vision der Städteplanung entstandene Wohnzone
hinweg in Richtung auf den Fluss Fraucolí aus. Die
Hauptanziehungspunkte sind der an der Befestigungsanlage
entlang führende Passeig Arqueològic, die
Kirche La Seo und der sog. Balkon des Mittelmeers, von wo
man Land und Meer überblicken kann; auf der Landseite
zeichnen sich im Hintergrund die Bergketten von Prades und
Llaberia ab, und auf der Meerseite dehnt sich ein lichter,
strahlender Horizont. Die Provinzhauptstadt hat rund
110.000 Einwohner. Die Strände setzen sich bis zur
Mündung des Flusses Gaià fort und die
Binnenlandschaft ist geprägt von vereinzelten
Bauernhäusern, Pinienwäldern, typischem Buschwerk
und Trockenkulturen.
Man kann Tarragona als idealen Wohnort bezeichnen: es hat
alle Vorteile einer Provinzhauptstadt, und ihm fehlen alle
Nachteile, die man in den übervölkerten
Grosstädten vorfindet.
DIE VERTEIDIGUNGSMAUERN:
Im oberen Stadtteil sind in einer Länge von etwa
1.000 m. römische Mauern mit megalithischem Fundament
erhalten; diese Mauern waren ursprünglich 4 km lang.
Bei der Betrachtung kann man mehrere Teile unterscheiden:
den megalithischen Unterbau aus grossen Steinblöcken,
darüber die klassischen Quadersteine, je nach der
Bauzeit mit Wülsten oder glatt gearbeitet und darauf
das aus dem Mittelalter stammende Mauerwerk, das mit dem
sog. Paso de Ronda, einem Umgang, abschliesst. Hinzu kommen
sieben Verteidigungstürme und die Ausfallstore. Es
handelt sich also um eine einmalige Anlage, die von 1933 an
noch durch den "Archäologischen Spazierweg"
(Passeig Archeològic) mit seinen Reproduktionen
klassischer Statuen verschönert wurde.
DIE KATHEDRALE:
Das Christentum fasste in Tarraco rasch Wurzeln, und man
weiss, dass der hl. Paulus während seines Aufenthaltes
in Hispania in der Stadt predigte. Von der Colonia
Tarraconense wurde der christliche Glaube nach ganz
Nordspanien verbreitet. Davon legt die Kathedrale Zeugnis
ab, die mit ihrem mitterlalterlichen Grundriss in den
Jahren zwischen 1170 und 1180 begonnen und um die Mitte des
14. Jahrhunderts beendet wurde. Romanik und Gotik geben
eine harmonische Verbindung ein, worauf die Grossartigkeit
des Baus beruht. Der Grundriss hat die Form eines
lateinischen Kreuzes. Die Apsis und der untere Teil des
Querschiffs sind romanisch. Die übrigen Bauteile sind
gotisch. Besonders eindrucksvoll ist das Frondspiz mit
einem grossem Rosettenfenster in der Mitte und mit
herrlichen Statuen. Im Kircheninneren zieht das Retabel des
Hochaltars die Aufmerksamkeit auf sich. Es handelt sich um
einen der besten Aufsätze des 15. Jahrhunderts mit
Szenen aus dem Leben der hl. Thekla, die vom dem Bildhauer
Pere Joan geschafen wurden. Zu erwähnen sind feiner
die liegende Statue des Patriarchen und Erzbischofs Juan de
Aragón (1334), der Chor mit kunstvollem Gestühl
(15 Jh.) und die Seitenkapellen.
Der Kreuzgang weist romanische und gotische Elemente auf
und entstand im 13. und 14. Jahrhundert. Hervorzuheben sind
die von der Kirche zu ihm führende Tür, die das
Bogenwerk abstützenden Kapitelle und die Kapelle
Corpus Christi, die jetzt als gotische Pinakothek
dient.
BAUDENKMÄLER IN DER UMGEBUNG:
Die Spuren Roms sind auch in der Umgebung Tarragonas
festzustellen, wo mehrere Bauten eine Besichtigung lohnen.
Der Turm der Scipionen an der alten Via Augusta ist ein
Grabmonument aus dem 1. Jahrhundert; er besteht aus drei,
sich nach oben verkleinernden viereckigen Baukörpern.
An der Vorderseite entdeckt man zwei Männerfiguren,
die Todesgottheiten darstellen.
In vier Kilometer Entfernung von der Provinzhauptstadt
ragt in der Nähe der Landstrasse nach Lleida ein
herrliches Bauwerk romischer Ingenieure auf das auch
«Brücke des Teufels» genannte
Aquädukt, das wahrscheinlich aus der Regierungszeit
Trajans starnnt. Es hat ein zweigeschossiges Bogenwerk und
ist 217 m lang. Das Aquädukt ist sehr gut erhalten und
hat daher einen hohen Monumentalwert.
Uber die Vía Augusta spannt sich in 20 Km
Entfernung. von Tarragona der Bogen von Barà Er
besteht aus zwei massigen Quadersteinblöcken, die
durch einen halbrunden Bogen miteinander verbunden sind.
Die beiden Frontseiten sind verziert mit zwei Paaren von
kannelierten Scheinsäulen, die der korinthischen
Ordnung entsprechen. Der Bogen stammt aus dem 2.
Jahrhundert.
Sechs Kilometer von Tarragona entfernt ist der Steinbruch
EI Mèdol, wo der Stein gebrochen wurde, der für
die römischen Bauten bestimmt war. In der Mitte
fällt ein Monolith auf, der als L'Agulla del
Mèdol bekannt ist. Im Umkreis des, fünf
Kilometer von der Stadt entfernten Dorfes Constantí
findet man ein kunstvolles Grabmonument, das im 4.
Jahrhundert errichtete Mausoleum von Centcelles. Sein Kein
besteht aus zwei Baukörpern mit quadratischem
Grundriss. Von besonderem Wert sind die im Inneren
befindlichen Mosaiken an den Gewölben, wo man Szenen
aus der Bibel, nämlich Daniel in der Löwengrube,
das Schiff des Jonás und die drei Jünglinge im
Feuerofen von Babylon betrachten kann in der Gemeinde
Altafulla liegt auf einem sanft zum Meer hin abfallenden
H´gel die römische Villa von Els Munts.
Dieses grosse Landhaus war von der Mitte des 1, bis Anfang
des 5. Jahrhunderts bewohnt. Die Gemächer waren mit
Mosaiken und Marmorfiguren geschmückt. Es waren drei
Thermen oder Bäder vorhanden.
DIE MODERNE STADT:
In den letzten 25 Jahren hat sich die Fläche der
modernen Stadtteile von Tarragona verdoppelt. Bis Barcelona
und in Richtung auf das Landesinnere folgen die in stetiger
Expansion befindlichen Wohnviertel aufeinander. Im
Stadtzentrum ist die Rambla Nova eine typische Promenade,
die am Balkon des Mittelmeers endet. Sehenswert sind die
moderne Plaza de Jacinto Verdaguer, die Rambla Vella, die
Via de I'lmperi Romà, und als
Verkehrsknotenpunkt für Tarragona die Plaza Imperial
Tàrraco. Auch ein Streifzug durch das als EI
Serrallo bekannte Fischerviertel lohnt sich. Man kann die
Rückkehr der Fischkutter und die Versteigerung in der
Fischbörse beobachten; letztere vollzieht sich nach
altem, unveränderlichem Ritual.
«Zurück |
Home