Der Rio Ebro entspringt nicht weit von der
Atlantikküste in Kantabrien, fliesst aber nicht in den
Atlantik, sondern mündet, aus seinem Wurzelgebiet in
der Cordillera Cantábrica kommend, in das
Mittelmeer. Auf dieser Reise von etwa 930 km quer durch
Spanien schwemmt der Ebro Steine, Geröll und Schlamm
bis in das Ebro-Delta, das auf diese Weise erschaffen wurde
und sich heute wie ein Fächer bis in das Meer
ausbreitet und damit eine ökologisch wertvolle
Brackwasserzone bildet.
Das Delta, fast genau in der Mitte zwischen Barcelona und
Valencia gelegen, ist für viele Wasservögel und
andere Tierarten einer der bedeutendsten
Rückzugsräume Spaniens. Der überwiegende Teil
wird zwar landwirtschaftlich, insbesondere zum Reisanbau,
genutzt. Große Flächen aber wurden unter
Naturschutz gestellt und dienen der vielfältigen
Vogelwelt des Deltas zur Jungtieraufzucht. Immerhin ist das
Ebro - Delta mit 320 km² eines der bedeutendsten
Naturschutzgebiete Europas. Viele Zugvögel schlagen
hier, auch von Deutschland kommend, ihr Winterquartier auf
oder machen eine Pause, um sich für den weiten Weg bis
zu ihrem afrikanischen Winterquartier zu erholen und Kraft
zu sammeln.